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Mongolische Bürger haben einen Eigennamen, der in ihren bis 2002 ausgestellten Reisepässen groß geschrieben wurde, mit dem sie - auch förmlich - angeredet werden, mit dem sie unterschreiben und
unter dem sie in den mongolischen Datensystemen (Telefonbücher etc.) geführt werden. Dieser Name heißt auf mongolisch нэр. Die Polizei des Bundes und der Länder, die Botschaft der Bundesrepublik in der
Mongolei und andere, ausländische Bürger registrierende Behörden werteten diesen Namen in der Vergangenheit auf Grund der Großschreibung im Pass meistens als Familiennamen, die mongolische Botschaft und die
mongolischen Bürger jedoch als Vornamen. Die Standesämter akzeptierten diesen Namen ebenfalls als Vornamen, damit er bei Annahme eines deutschen Familiennamens beibehalten werden konnte, denn ihren Eigennamen
wollen die Mongolinnen bei der Eheschließung mit einem deutschen Bürger natürlich nicht aufgeben. Das gegenteilige Interesse - d. h. der Eigenname des Vaters bzw. der Mutter soll der Familienname werden - gab es
dann, wenn die Kinder mongolischer Eltern in der Bundesrepublik nach deutschem Recht behördlich eingetragen wurden. In diesem Falle wollten die Eltern, dass der Eigenname des Vaters bzw. der Mutter der Familienname
des Kindes wurde und nicht der Eigenname des Großvaters, was im umgekehrten Fall eingetreten wäre.
Der zweite, auch in den alten Pässen klein geschriebene Name, ist der Vatersname, d.h. der
Eigenname des Vaters der betreffenden Person, mongolisch: овог, neuerdings эцгийн нэр. Da Geschwister den gleichen Vatersnamen haben, kommt dieser Name dem deutschen Familiennamen näher.
Dem
Vatersnamen kann auch ein Genitivsuffix angefügt sein: -ын, -ийн oder -гийн, zu transkribieren mit -in, -iin oder -giin, das im Zuge der Sprachentwicklung in zunehmendem Maße weggelassen wird. Diese
Schreibweise würde dem Suffix -s im deutschen Beispiel Peter’s Klaus entsprechen. Bei Баатарын Гомбо und Баатар Гомбо (Baatar: Vatersname, Gombo: Eigenname) handelt es sich also um ein und dieselbe Person. Da der Eigenname nicht nur in den Pässen sondern in der Regel auch auf den Visitenkarten groß geschrieben wird, erscheint auf diesen also Herr Гомбо БААТАР.
Seit mehreren Jahren dürfen die mongolischen Bürger die alten Stammesnamen wieder verwenden, nicht alle machen jedoch Gebrauch davon. Nach dem Gesetz kann jeder seinen Stammesnamen selbst auswählen. Häufig wird auch der Eigenname des Großvaters als Stammesname benutzt. In neueren Geburtsurkunden erscheint der Stammesname als Rubrik, häufig jedoch nicht ausgefüllt. Die Reihenfolge ist dann: Stammesname (овог) - Vatersname (эцгийн нэр) - Eigenname (нэр).
In den älteren Reisepässen gab es auch bei der englischen Bezeichnung der Namen zwei Varianten. Mehrere Jahre stand über bzw. unter dem Eigennamnen “given name” (Vorname) und über bzw. unter der
Vatersnamen “surname” (Zuname, Familienname).
In einem anderen längeren Zeitraum war es dann genau umgekehrt.. Hinzu kam noch das Problem der Einordnung der Stammesnamen. Das führte vor allem im Ausland zu nicht geringen, bis heute nachwirkenden Problemen bei der Erfassung der Namen mongolischer Bürger.
In den Datensystemen sollte daher immer unter beiden Namen nachgesehen werden.
Mongolische Ehepaare haben fast immer verschiedene Vatersnamen, d. h. nach unserem System verschiedene
Familiennamen. Es gibt keine Geburtsnamen.
Haben Sie das verstanden? Wenn nicht, machen Sie sich keine Sorgen, das versteht selten jemand, und außerdem:
Mit dem Jahre 2002 ist alles klarer und eindeutiger:
In den seit 2002 ausgestellten, maschinenlesbaren mongolischen Reisepässen (daran zu erkennen, dass die Passbilder eingescannt und nicht mehr eingeklebt sind) werden beide Namen klein geschrieben. Bei dem Eigennamen steht die englische Bezeichnung “given name”, also “Vorname”, und bei dem Vatersnamen “surname”, d. h. “Zuname, Familienname”. Die Rubrik “Stammesname” gibt es nicht mehr, und somit ist alles klar. In unserem obigen Beispiel (Herr Баатар Гомбо) ist Баатар also der Familienname und Гомбо der Vorname. Insider können auch der Prüfleiste in den Pässen exakt entnehmen, was Vor- und was Familienname ist.
Irritationen gibt es allerdings immer noch, so z. B. die mongolische Sitte, den Vatersnamen (Familiennamen) abzukürzen und den Eigennamen (Vornamen) auszuschschreiben (z. B. Б. Гомбо). Dagegen kann
man nun einmal nicht machen.
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